Kennst Du diese Sätze:

„Würdest Du bitte Deine Schuhe aufräumen?“

Oder:

„Wann reparierst Du das kaputte Spielzeug der Kinder, bevor sie es nicht mehr benötigen?“

Oder wie oft hast Du schon das Thema angesprochen, über das ihr ganz dringend sprechen solltet?

Dein Mann aber hört nicht zu.

Kann es sein, dass er Dich nicht versteht, obwohl er zuhört?

Hier habe ich die ultimative Anleitung für Deinen Mann und gleichzeitig für mehr Erfüllung in der Partnerschaft:

Der größte Wunsch von uns Männern ist es, eine Partnerin zu haben, die wir unterstützen können. Dazu müssen wir folgendes wissen:

Über was denkt ihr intensiv nach. Was macht euch wütend. Woran habt ihr Freude.

Meist haben wir kein Verständnis für eure Arbeit im Haushalt oder im Beruf. Dazu fehlen uns schlichtweg die Informationen. Bei mir war es so, dass meine Frau in mir einen gewissen Feind sah. Dieser Feind verstand sie nicht und gegen den musste sie, neben ihrer Arbeit, kämpfen. Mir kam es so vor, als ob sie ihre Arbeit immer gegen mich verteidigen musste. Ich fühlte mich ausgegrenzt und resignierte. Nach einer längeren Zeit fragte ich nicht mehr nach ihrer Arbeit und ließ sie in ihrer Selbständigkeit alleine. So kam es dann, dass meine Ehefrau jede freie Minute ihrem Business widmete. Weil dieses Business verstand sie (und ihre Arbeit widersprach ihr nicht!). Dies war in der Beziehung zu meiner Frau wie eine Spirale, die in der Trennung endete.

Fehler #1 in der Kommunikation

Kommt Dir das bekannt vor? „Immer wenn ich nach Hause komme, stehen Deine Schuhe im Eingang. Ich hab gar keinen Platz für die Sachen der Kinder. Heute, als ich vom Einkaufen kam, … (30 Wörter später) … danebengestellt.“

Ja, Du kannst es so machen, erreichst vermutlich damit aber nicht viele Menschen. Denjenigen, den Du damit erreichen willst, ist jedenfalls nicht dabei – Dein Mann!

Lösung #1

Wenn Du ihm etwas sagen willst, sag` es ihm in der „KISS-Sprache“. KISS bedeutet so viel wie „Keep it simple and smart“. Also halte die Aussage so einfach und schlau wie möglich. Baue um Deine Kernaussage keine endlose Geschichte. So erreichst Du uns Männer.

Wenn Du dann noch klare Gefühle, wie Wut, Traurigkeit, Angst und Freude hineinpackst, wird der Satz sehr verständlich.

Hier ein Beispiel: „Es macht mich wütend, wenn Du Deine Schuhe im Eingang stehen lässt!“

Da ist alles beinhaltet. Jegliche Informationen verstehen auch wir Männer. Interpretationen sind nicht mehr möglich.

Fehler #2

Denke nicht was andere denken könnten.

Was meine ich damit?

Ganz einfach: Du hast einen Kopf und denkst! Jeder andere Mensch hat einen Kopf und denkt.

Und dazwischen gibt es keine Verbindung! Lass es einfach mit dem „…er könnte denken, dass…!“.

Lösung #2

Ihr Frauen wollt wissen was Männer über etwas denken? Fragt danach. Fragt uns Männer, wie es uns zum Beispiel dabei geht und was wir dabei denken. So hört Ihr uns zu und wir fühlen uns von Euch gehört und verstanden.

Der größte Wunsch vieler Männer ist es, die Partnerin zu verstehen und zu unterstützen. Viele Männer wollen eine starke, selbstbewusste Frau an ihrer Seite haben, die klar ausdrückt, was sie von ihrem Partner erwartet. Da wollen wir Männer uns nicht durch Informationen wühlen, die ihr im Laufe des Tages von Euch gebt. Ich kann es verstehen, dass ihr Frauen sehr viel geben wollt. Und da gehört es nun mal dazu, viel zu reden. Versteht aber auch: Wir Männer wollen nicht nach wichtigen Informationen suchen. Wenn Ihr uns an Eurem Leben teilhaben lasst, gebt uns präzise und klare Aussagen.

Hier ein Beispiel: „Ich würde gerne mehr arbeiten wollen. Wie können wir es möglich machen?“

– klare Aussage des Wunsches und eine Frage, wie dieser Wunsch Wirklichkeit wird.

Bei einem Mann kommt sofort die Frage: „Wie schaffen wir das?“ Er ist somit empathisch bei Dir und will Dir helfen. Du hast ihn mit einem geschickten „wir“ mit in Deinen Wunsch integriert.

Fehler #3

Begründe nicht aus Deinem schlechten Gewissen heraus!

Damit meine ich, dass Begründungen meist auf (Fehl-)Annahmen beruhen.

Also: Gehen wir einmal davon aus, dass Dein Mann sich beim Bau eines Kinderbettes abmüht. Er hat sämtliche Teile im Zimmer verteilt und beginnt die Teile ziellos aneinander zu halten, als wolle er sie so miteinander verbinden. Immer wieder legt er die Teile wieder auf den Boden und nimmt sich andere Teile vom Boden. Du merkst, dass er Probleme beim Aufbau hat.

Du beobachtest die Szene von der Türe des Zimmers aus, in dem Dein Mann das Bett aufbauen soll. Nun hast Du zwei Möglichkeiten der Lösung dieser Situation.

Schlechte Lösung #3

Nimm die Bauanleitung, schlage Seite 1 auf und nimm die Teile, die dort im ersten Feld abgebildet sind, vom Boden auf. Jetzt kannst Du die Dinge mit einem schlauen Ratschlag an Deinen Mann übergeben.

Gute Lösung #3

Frag Deine Mann, ohne aus der Türe zu gehen, ob er Hilfe benötigt.

Die echte Lösung ist ganz einfach: bei der schlechten Variante nimmst Du an, dass Dein Mann nicht weiß, wie er das Bett aufbauen soll. Da Du nicht mit ihm redest, weißt Du überhaupt nicht, was er macht. Womöglich grübelt er darüber, ob er aus diesem Bettbausatz nicht auch ein Segelflugzeug bauen kann, was er vielleicht in dieser Situation viel lieber bauen würde.

Oder hat er vielleicht die Existenz der Bauanleitung noch nicht wahrgenommen?

Bei der guten Lösung öffnest Du ihm alle möglichen Türen. Du engst ihn nicht ein und gibst somit die Richtung vor. Bei einer Frage kann er sich entscheiden. Er kann entscheiden, ob er Deine Hilfe will, ob er fremde Hilfe will, oder er sagt Dir, dass er zur Zeit keine Lust hat, dieses Bett zusammenzubauen. Durch die Frage ist alles möglich. Denn: Fragen öffnen Türen.

Problem #4

Verbessere Deinen Partner NIEMALS nicht in der Öffentlichkeit!

Stell Dir vor, ihr seid als Paar bei einem Grillfest bei Freunden. Die Stimmung ist heiter und Dein Mann erzählt dem Gastgeber von eurem Urlaub in den Bergen. Er erzählt von den Ausflügen und dem schönen Wetter.

Du folgst seiner Ausführung in Gedanken und beim Wetter bist Du aber nicht seiner Meinung. Du sagst, dass das Wetter gar nicht gut war, weil es immer bewölkt war. Die Sonne hat sich nur sehr selten gezeigt.

Lösung #4

Die Lösung heißt „Königmacher“.

Also mache aus Deinem Mann vor dem Gastgeber einen König, indem Du ihn nicht verbesserst. Lasse einfach seine Ausführung der Geschichte so stehen. Dadurch, dass Du ihn in der Öffentlichkeit nicht verbesserst, machst Du seine Ausführung vor dem Gastgeber nicht falsch.

Wenn Du Deinen Mann jedoch verbesserst, wird der Gastgeber sich dadurch irgendwann fragen, ob ihr im gleichen Urlaub gewesen seid! Das macht kein gutes Bild von euch in der Öffentlichkeit und Du stellst Deinen Partner in der Öffentlichkeit bloß. Wenn Du ihn wirklich in seinen Ausführungen verbessern willst, spreche von Deinen Wahrnehmungen. Denn Deine Wahrnehmungen hast nur Du.

Sonst niemand.

Und wenn Du von diesen Wahrnehmungen sprichst, hat das niemand zu korrigieren.

Jetzt kannst Du sagen, dass in Deiner Wahrnehmung das Wetter sehr bewölkt war und die Sonne nur sehr spärlich zu sehen war. Damit lässt Du die Aussage Deines Mannes leben. Du tötest sie energetisch nicht mit einem kurzen Satz.

Denn: die Wahrnehmungen sind oft sehr verschieden. Dein Mann hat das Wetter als “schön” in Erinnerung. Und bewölkt mit zeitweisem Sonnenschein ist für Bergtouren, laut Deinem Mann, ein ideales Wetter. Wenn Du die Erwartung gehabt hast, dass die Sonne scheinen wird und dies nicht der Fall war, bist Du enttäuscht worden. Und somit war das Wetter für Dich „schlecht“.

Das ist einfach unsere Wahrnehmung, die uns unsere Bilder zeichnet. Und dies ist föllig normal.

Das Fazit aus diesem Artikel ist, dass Du Deinen Partner energetisch leben lassen sollst. Es ist einfach so schnell passiert, dass wir durch kleine Anmerkungen und Sticheleien den Partner energetisch „töten“ oder übergehen. Zu einer reifen Partnerschaft gehört meiner Meinung nach auch eine Kommunikationskultur, die miteinander, statt gegeneinander arbeitet.

Nun wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren. Falls Du Fragen hast, schreibe sie mir in die Kommentare.

Ach ja: Diese Kommunikationsmittel kannst Du auch anwenden, wenn Du als Mann im Gespräch mit einer Frau bist.

Das klappt genau so!

Garantiert! 😉

Denn:

Man hört nur mit dem Herzen gut!

Über den Autor:

Daniel bloggt über die Kunst des Zuhörens. Für ihn gibt es viele Möglichkeiten zuzuhören. Bei seiner Art des Zuhörens geht es darum, Augen zu öffnen, Herzen zu berühren und Leben zu verändern. Er glaubt daran, dass man anders zuhören muss, um die Welt bunter, kreativer und schöner zu machen.

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