Morgen stark bewölkt und heftige Regenschauer mit vereinzelt Gewittern bei 25 Grad!“

Ich schaue in den Himmel und er ist stahlblau. Keine Wolke, kein Regen. Ich sitze in einem Tal, umringt von Bergen, auf einer Bank. Das hohe Gras der Wiesen wiegt sich leicht im Wind und der Fluss hinter mir plätschert unaufhörlich.

Meine Gedanken fliegen von Berggipfel zu Berggipfel, bleiben kurz an dem Grillengezirpe und dem Vogelgezwitscher hängen und fliegen danach wieder in Richtung Berge. Ich denke:

NICHTS

Wie aus dem Nichts kommt mir eine Frage in den Sinn:

Wie oft lebe ich eigentlich nicht in der Präsenz? Also nicht im Hier und Jetzt? Wie oft kann ich die Gegenwart nicht genießen, weil ich mich mit der Vergangenheit beschäftige?

Mit welchen Tätigkeiten halte ich mich täglich auf, die mit dem Hier und Jetzt nichts zu tun haben?

Nachrichten, Wetterbericht, Fotoalben, Videos, Geschichten, Urlaubsplanung, CD-Sammlung ansehen, …

Wenn ich mich mit der Vergangenheit beschäftige, habe ich meist nicht noch die Möglichkeit, mich an der Schönheit der Gegenwart zu erfreuen. Es ist somit nicht möglich z.B. das Wetter zu genießen.

Bei mir ist mir aufgefallen, dass ich mich gedanklich sehr damit beschäftige, wenn ich Nachrichten höre. Ich spinne aus den Themen meine Gedanken weiter. Ich transformiere somit die Vergangenheit in die Zukunft. In meine Zukunft.

Als ich gemerkt habe, was ich da mache, habe ich es abgestellt. Ich höre oder lese absichtlich keine Nachrichten mehr, weil ich mich nicht gedanklich mit meiner Zukunft auseinandersetzen will. Der genaue Grund ist, dass in den Nachrichten meist negative Themen behandelt werden. Und somit mache ich mir selbst Angst, wenn ich diese negativen Themen in meine Zukunft einwebe. Ich stelle mir regelrecht vor, wie es ist, wenn das Thema in den Nachrichten mich betrifft.

Das will ich jedoch nicht. Das hält mich im Denken und fesselt mich an die Vergangenheit oder die Zukunft. Und seit dem ich keine Nachrichten mehr konsumiere, ist meine Gegenwart viel mehr wahrnehmbarer. Ich bekomme viel mehr mit.

Ich kann die Gegenwart viel mehr genießen.

Mit diesem Artikel will ich jetzt nicht sagen, dass es schlecht ist, sich mit der Vergangenheit oder der Zukunft zu beschäftigen. Ich will zum Denken anregen, ob so manche Tätigkeiten einfach nötig sind.

Ob sie einem das Leben besser und einfacher, leichter und schöner machen, entscheidet jeder für sich selbst.

Zurück auf die Bank:

Ich sitze dort und mache mir über das Hier und Jetzt Gedanken. Da hält vor mir ein Radfahrer und meint, dass ich da ja immer noch sitze. Er sei vor fünf Minuten schon einmal vorbeigekommen und hätte mich gesehen.

Er setzte sich neben mich und erzählte mir von sich. Er erzählte von seinen Kindern, von seiner Arbeit und von seinem Weg durch sein Leben.

Ich folgte seinen Erzählungen, aber die Frage von der Präsenz ging mir nicht aus dem Kopf. Während seinen Erzählungen wechselte ich gedanklich von der Präsenz im Hier und Jetzt in seine Geschichten aus der Vergangenheit. Es war immer wie ein Wechsel zwischen zwei Welten. Es lagen ja auch einige Jahrzehnte zwischen dem Heute und dem Erlebten aus den Geschichten.

Mir fiel auf, dass ich ihn viel mehr verstand, wenn ich in der Gegenwart blieb. Ich war viel näher an seinen Erzählungen.

Ich war viel näher an seinem Herz.

Dies hat er wahrscheinlich auch gespürt.

Als ich mit den Gedanken seinen Erzählungen folgte, war es, als ob ich sehr weit von ihm entfernt war. Ich erlebte durch die Erzählungen meine eigene Geschichte. Ich malte mir seine Erzählungen im Kopf mit eigenen Bildern aus. Es war wie mein Film, der sich vor meinem inneren Auge zusammenpuzzelte. Meine Gedanken schweiften regelrecht ab. Manchmal bauten sie seine Erzählungen auch aus. Sie schmückten sie aus.

In der Gegenwart jedoch folgte ich ihm. Ich konnte ihn als Zuhörer regelrecht tragen. Ich schuf ihm den sicheren Raum, seine Geschichte zu erzählen. Und er fühlte sich gehört.

Mit wie viel Zeit am Tag hältst Du Dich mit Nachrichten und Wetterbericht auf?

Mit wie viel Zeit hältst Du Dich davon ab, in der Präsenz zu sein, die Gegenwart zu genießen?

Daher ist es auch so wichtig beim Zuhören im Hier und Jetzt zu sein. Ich habe selbst gemerkt, dass sich der Gesprächspartner viel besser gehört fühlt, wenn man keine Gedankenschleifen in den Erzählungen dreht. Sich also nicht seinen eigenen Film dreht.

Viel besser ist es, wenn Du als Zuhörer einen sicheren Raum aufbaust und die Erzählungen mit Deinem Herzen wahrnimmst.

Denn: Alle Nachrichten sind Geschichten aus der Vergangenheit.

Jeder Wetterbericht ist für die Zukunft gemacht.

Aber in Wirklichkeit lebst Du im Hier und Jetzt.

Probiere es aus und buche mich jetzt. Ich höre Dir mit meiner vollen Präsenz zu!

Man hört nur mit dem Herzen gut.

Über den Autor:

Daniel bloggt über die Kunst des Zuhörens. Für ihn gibt es viele Möglichkeiten zuzuhören. Bei seiner Art des Zuhörens geht es darum, Augen zu öffnen, Herzen zu berühren und Leben zu verändern. Er glaubt daran, dass man anders zuhören muss, um die Welt bunter, kreativer und schöner zu machen.

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